Ein System
Single System, 99,00 €, plus eigene Domain 5,00 € — Summe 104,00 €.
Von null auf live
Kein Rundgang durch leere Masken. Wir bauen einen echten Fall durch: die Kaffeerösterei Nordwind aus Hamburg, klein, verkauft bisher nur im Laden, will einen Katalog ihrer Sorten mit Anfrageformular statt Warenkorb. Zehn Kapitel, jedes eines für sich, alle mit Bildschirmfotos aus dem laufenden System. Mit den echten Zahlen, den echten Rückfragen des Assistenten und der Stelle, an der es nicht funktioniert hat.
Der Fall
Anna Bergmann röstet seit 2014 in der Hafenstraße 12 in kleinen Chargen. Bisher gibt es den Kaffee nur im Laden. Sie will das Sortiment im Netz zeigen — Espresso, Filterkaffee, Zubehör — mit Bild, Herkunft, Röstgrad, Preis und Gewicht. Bestellen sollen die Kunden nicht: eine Anfrage mit Menge und Nachricht reicht, die Anfragen will sie im Studio sehen und beantworten.
Genau dieses Vorhaben läuft jetzt durch die zehn Kapitel. Was dabei entsteht, steht am Ende unter einer erreichbaren Adresse.
Single System, 99,00 €, plus eigene Domain 5,00 € — Summe 104,00 €.
Aus dem Plan entstehen 8 Features. Der neunte Schritt ist ein Meilenstein.
Kategorie, Produkt, Anfrage — mit echten Verweisen, nicht mit Textfeldern.
So viel hängt nach einer einzigen Sitzung im Feature F-0004.
Kapitel 01
Anna füllt ein Formular aus: Anrede, Vorname, Nachname, E-Mail, Telefon, dann Firma und Rechnungsanschrift. „Kaffeerösterei Nordwind GmbH“, Hafenstraße 12, 20457 Hamburg. Kein Verkaufsgespräch dazwischen, kein „wir melden uns“, kein Demo-Termin als Zwischenstufe.
Der Firmenname ist nicht nur fürs Impressum da: aus ihm wird später der Anfang der Instanzadresse gebildet. Deshalb steht das Feld hier und nicht erst in der Buchung.
Worauf du achten solltest: Die Rechnungsanschrift kannst du später unter „Verwaltung“ vervollständigen — den Firmennamen änderst du besser jetzt, solange noch keine Adresse daran hängt.
Dauer: eine Minute. Danach ist Anna in ihrem Bereich — und sieht ein leeres Dashboard, weil sie noch nichts gebucht hat.
Kapitel 02
Eine Instanz ist ein Server, der beliebig viele Auftritte trägt. Die einzige Entscheidung hier: wie viele Systeme die Landschaft haben soll. Ein System, wenn Geschwindigkeit zählt und der Auftritt klein ist. Zwei, wenn niemand mehr direkt in Produktiv arbeiten soll. Drei, wenn zwischen Bauen und Freigeben jemand prüft, der es nicht selbst gebaut hat.
Anna nimmt Single System für 299,00 € im Monat und hakt Eigene Domain für 5,00 € an, weil der Shop später unter nordwind-kaffee.de laufen soll. Unten rechnet die Seite mit: 304,00 €. Die Zahlungsmethode wird jetzt hinterlegt, belastet wird nach der Testphase.
Worauf du achten solltest: Zusätze sind eigene Abo-Zeilen und lassen sich einzeln wieder kündigen. Die Preise in der Zeile kommen live aus dem Katalog — nicht aus einer gepflegten Marketingseite.
Kapitel 03
Eine Landschaft ist eine Kette: Entwicklung baut, QS prüft, Produktiv liefert. Jedes System darin ist eine eigene Instanz mit eigener Adresse — nicht ein Schalter in derselben Datenbank. Anna tippt oben „Kaffeerösterei Nordwind“ ein und legt an.
Was danach dasteht, ist eine leere Schublade: 0 Systeme · 0 Features · Dieser Landschaft ist noch keine Instanz zugeordnet. Das ist kein Fehler, sondern der Zwischenstand. Die Instanz kommt im nächsten Kapitel.
Worauf du achten solltest: Ohne Instanz kann die Landschaft nichts verwalten. Wenn du später bei „Features aus dem Plan“ eine Fehlermeldung bekommst, ist meistens genau das der Grund — dazu mehr in Kapitel 05.
Kapitel 04
Das ist das eine Kapitel, das nicht du machst. Mit der Buchung startet die Bereitstellung: Adresse anlegen, Container bestellen, Datenbank einrichten, Adminkennwort setzen, API-Schlüssel schreiben, Loadbalancer benachrichtigen. Zehn Schritte, jeder mit Status, Versuch und Meldung.
Für Nordwind hieß das Ergebnis: Bereitgestellt. Alle 10 Schritte sind durch. Die Instanz heißt „nordwind entwicklung“ und liegt unter nordwind-entwicklung.biexcellence.dev.openbi.run.
Worauf du achten solltest: Die Tabelle zeigt auch Fehlversuche. In unserem Lauf steht bei „abbild_gebaut“ eine 2 in der Spalte Versuch — der erste Anlauf ist gescheitert, der zweite lief durch. Das steht da, damit du es siehst und nicht erst nachfragen musst.
Kapitel 05
Kein leeres Formular mit dreißig Feldern, das jemand ausfüllt, bevor er weiß, was er baut. Anna legt ein Projekt an — „Onlineshop Kaffeerösterei Nordwind“, Landschaft Kaffeerösterei Nordwind, Beginn 7. September, Ziel 30. November — und erzählt dann im Chat, was sie will.
Der Planer antwortet mit einem Vorschlag aus neun Schritten: Konzept & Struktur, Design Grundseiten & Katalog, Grundgerüst Website, Produktkatalog Datenmodell & Liste, Anfrageformular ohne Warenkorb, Anfragen-Ansicht im Studio, Redaktion & Inhalte, Test & Fehlerbehebung, Go-live. Mit Terminen, Personentagen, Zuweisungen — und mit vier Einwänden gegen die eigene Kapazitätsrechnung.
Worauf du achten solltest: Der Vorschlag im Zeitstrahl ist flüchtig. Wer die Seite neu lädt, bevor er „Plan übernehmen“ gedrückt hat, verliert ihn. Erst das Übernehmen schreibt ihn fest.
Ein übernommener Plan ist noch keine Arbeit. Er wird erst zu Arbeit, wenn aus den Planschritten Features werden — denn im Builder lässt sich nichts senden, solange kein Feature gewählt ist. Für Nordwind stand hinterher:
„8 Features angelegt, 9 Vorgängerkanten übernommen, 1 übersprungen. P-0005.9: Meilenstein — ein Termin, keine Arbeit.“
Was bei uns schiefging: Beim ersten Versuch kam „9 übersprungen. P-0005.1: Feature ließ sich nicht anlegen.“ Ohne weitere Begründung. Der Grund stand an einer anderen Stelle — im Feature-Management der Landschaft: „Diese Landschaft hat kein System. Ohne Instanz gibt es nichts zu verwalten.“ Features hängen an einer Instanz. Erst als die Instanz aus Kapitel 04 stand, lief es durch. Wenn du also planst, bevor du buchst: erst die Instanz, dann die Features.
Projektfortschritt jetzt: 0 %, Status geplant, Verzug im Plan. Der Plan steht, acht Features sind angelegt, gebaut ist nichts. Der Fortschritt kommt aus dem Stand der Features und nicht aus einem Prozentfeld, das jemand vor der Statusrunde hochzieht.
Kapitel 06
Plan-Schritt P-0005.2 heißt „Design Grundseiten & Katalog“. Dafür gibt es die Entwürfe-Werkstatt: Artboards liegen frei auf einer Leinwand, jedes in seiner Gerätebreite. Zwanzig Blätter sind ein Entwurf, nicht zwanzig Dateien.
Anna legt den Entwurf „Kaffeeroesterei Nordwind Shop“ an und beschreibt im Chat, was sie sieht: eine kleine Rösterei aus Hamburg, warm und handwerklich, gebrannte Braun- und Sandtöne, eine ruhige Serifenschrift für Überschriften, viel Weißraum, keine Rabattschreierei. Vier Artboards in 1280 Pixel Breite: Startseite, Katalogseite, Produktdetail, Kontaktseite.
Was dabei entsteht, ist schon HTML und CSS deiner Instanz. Kein Bild, das jemand hinterher „in echt“ nachbauen muss.
Worauf du achten solltest: Der Assistent meldet „6 Blöcke übernommen, noch nicht gespeichert. Der Speichern-Knopf trägt sie ein.“ Ohne Klick auf ⤓ ist die Arbeit weg. Und: Entwurfsblätter haben keine Versionierung — Speichern überschreibt.
Im Zahnrad der Werkstatt ordnest du den Entwurf einem Feature und einem Projekt zu — hier F-0002 „Design Grundseiten & Katalog“ und P-0005. Damit weiß das System, wozu die Arbeit gehört.
Was bei uns schiefging: „In eine Seite übernehmen“ (⤴) verweigerte die Arbeit mit „Dieser Entwurf hängt an keiner Instanz. Ordne ihm oben einen Auftritt zu.“ Oben gibt es dafür aber keinen Knopf — das Zahnrad kennt Feature und Projekt, keinen Auftritt. Wir haben die Seiten deshalb im Builder nach dem Entwurf gebaut. Das ist ein offener Punkt, kein Kunstgriff.
Kapitel 07
Ab hier hört der Baukasten auf, so zu tun, als könnte er es. Anna wählt im Builder das Feature F-0004 „Produktkatalog Datenmodell & Liste“ und beschreibt drei Entitäten — in dieser Reihenfolge, damit die Verweise stimmen:
Der Assistent baut das nicht einfach hin. Er liest erst die Regeln fürs Datenmodell und den vorhandenen Bestand, prüft die Feldnamen — und stellt dann Rückfragen mit Antwortmöglichkeiten zum Anklicken: Im Auftrag stand „jede Sorte mit Bild“, ein Bildfeld war in der Feldliste aber nicht dabei. Soll er es nachrüsten? Und: erst die Katalogliste oder erst die Pflegeseiten?
Genau das ist der Unterschied zwischen einem Generator und einem Werkzeug: Der Generator hätte geraten.
Drei Entitäten mit allen Feldern, dazu ein Bildfeld am Produkt. Und die Prüfung, um die es eigentlich geht: „Die beiden Verweise sind echte Verweise, kein Textfeld: Kategorie am Produkt hat den Typ SHOP_PRODUCT_NW_KATEGORIE, Produkt an der Anfrage den Typ SHOP_PRODUCT_NW_PRODUKT — geprüft, nicht angenommen.“ An allen drei hängt zusätzlich die Mandantenkennung, sonst würden die Pflegeformulare nichts speichern.
Dazu kamen ungefragt zwei Pflegeseiten unter /kategorien-pflegen und /produkte-pflegen — angemeldet, nicht im Menü — und die öffentliche Katalogseite /katalog.
Worauf du achten solltest: Eine Kennung in einem Textfeld ist kein Verweis, sondern eine Ausrede. Und die eine Regel, die weh tut: Der Datentyp einer vorhandenen Spalte lässt sich nicht ändern. Neues Feld, Werte übernehmen, altes abhängen. Deshalb wird beim Anlegen entschieden.
Projektfortschritt jetzt: unverändert 0 %. Entitäten, Felder und Seiten liegen im Feature, aber ein Feature bewegt den Balken erst, wenn es fertig ist. Was hier entsteht, sammelt sich — sichtbar, aber noch nicht gezählt.
Kapitel 08
Das machst du selbst — der Assistent fasst Adressen, Rechte und Anmeldepflicht nicht an. Festgelegt wird, welche Adresse auf welchen Auftritt zeigt, mit welcher Rolle, welcher Seite, welcher Dateiablage und mit oder ohne HTTPS. Beim Anlegen kannst du Seite, Rolle und Ablage gleich miterzeugen lassen; die Namen werden dann aus der Adresse gebildet.
Bei Nordwind gibt es nach der Bereitstellung schon zwei Einträge: den Auftritt nordwind-entwicklung.biexcellence.dev.openbi.run und die Verwaltungsadresse nordwind-entwicklung-admin… mit der Rolle openbicms. Beide mit SSL ja. Mehrere Auftritte auf einer Instanz sind der Normalfall, nicht der Sonderfall — und sie brauchen keinen neuen Vertrag.
Worauf du achten solltest: Was du hier anlegst, lässt sich an dieser Stelle nicht wieder entfernen. Das steht auch so unter dem Formular. Und die Spalte „Website“ mit dem Knopf Assistent öffnen ist der offizielle Weg in den Builder — ruft man /builder direkt auf, sagt Carlos „Es wurde keine Website übergeben“.
Kapitel 09
Er redet nicht über deine Website. Er fasst sie an. Links das Gespräch, rechts Vorschau, Quelltext, Dateien, Dokumente und Aufgaben. Bevor er etwas tut, klärt er zwei Dinge — und beides ist kein Formularzwang, sondern Absicht.
Erstens: welcher Auftritt? Die Instanz bedient zwei Adressen, der Assistent arbeitet an einer davon. Du wählst.
Zweitens: welches Feature? Ohne Feature ist „Senden“ gesperrt und unten steht rot „Kein Feature gewählt“. Erst wenn klar ist, wohin die Arbeit gebucht wird, nimmt der Builder eine Nachricht an. Die Auswahlliste zeigt dabei nicht nur Nummern, sondern den Arbeitsauftrag aus dem Plan: „Datenmodell für Produkte (Bild, Herkunft, Röstgrad, Preis, Kategorie) und die Katalogliste mit Kategorie-Filter werden umgesetzt. Erkennbar an einer nach Kategorie sortierten Produktübersicht. Aus dem Projektplan, Schritt P-0005.4.“
Auf F-0003 „Grundgerüst Website“ entstehen Kopfzeile, Fußzeile, die Startseite, /ueber-uns und /kontakt — untereinander verlinkt und im Menü. Jeder Werkzeugaufruf steht als Zeile im Verlauf: Seitenbaum lesen, Vorlagen lesen, Gestaltung speichern, Dokument fortschreiben. Kein „Vorschau-Modus“, der etwas anderes zeigt als das Ergebnis: rechts steht das Objekt, das dein Server ausliefert.
Auch hier redet er zurück, statt still etwas Falsches zu tun: „Die Navigation kam als nackte Aufzählung heraus, weil die mitgelieferte navbar-Vorlage Bootstrap-Klassen ausgibt und Bootstrap in dieser Seitenhülle nicht geladen ist. Ich habe eine eigene Stildatei dafür angelegt. Die Vorlagen selbst habe ich nicht angefasst, da sie serverweit auch für andere Auftritte gelten.“
Worauf du achten solltest: Der Verbrauch steht oben links — „407.052 von 4.000.000 Tokens in den letzten 24 Stunden“. Nicht in der Rechnung von nächstem Monat.
Projektfortschritt jetzt: das Feature füllt sich. Jede Sitzung hängt weitere Objekte hinein — Seiten, Vorlagen, Stildateien, Felder. Der Balken im Gantt steht immer noch still, denn er bewegt sich erst, wenn das Feature fertig ist.
Kapitel 10
Jetzt zahlt sich aus, dass am Anfang ein Feature gewählt wurde. Im Feature-Management steht bei F-0004: 1 Sitzung, 55 Objekte. Die anderen sieben Features sagen weiterhin „Diesem Feature ist noch keine Sitzung zugeordnet — es ist leer.“ Das ist keine Statistik, das ist die Packliste.
Öffnest du das Feature, steht oben der Arbeitsauftrag aus dem Plan — „Wofür das Ganze“, „Was dieser Schritt beiträgt“, „Worauf das aufsetzt“ — und darunter die Vorgänger und Nachfolger: F-0002 Design und F-0003 Grundgerüst müssen fertig sein, bevor F-0004 transportiert wird; F-0007 Redaktion und F-0005 Anfrageformular warten darauf.
Ganz unten liegt „Was mitgeht (noch nicht geschnürt)“ — Attribut für Attribut, Seite für Seite. Mit dem ehrlichen Satz daneben: „Die Liste ist eine Momentaufnahme der Änderungen und wächst mit jeder weiteren Sitzung. Erst das Schnüren schreibt sie fest — vorher lässt sich auch nichts ausnehmen.“
Bei einem System ist hier Schluss: Was gebaut wird, ist sofort produktiv. Bei zwei oder drei wandert die Änderung als Paket. Das Feature wird geschnürt, dann gefahren. Vor dem Fahren steht der Prüfbericht: was mitgeht, was fehlt, was überschrieben wird. Der Server sortiert selbst — erst die Entität, dann das Feld, dann die Vorlage, dann die Seite.
Der Satz, an den man sich erinnern sollte, wenn in Produktiv plötzlich Preise fehlen: Struktur wandert, Inhalt nicht. Keine Datenzeilen. Und es gibt kein automatisches Zurückrollen.
Nach dem Transport entsteht ein Prüfplan für das Zielsystem. Ergebnisse gibt es genau drei: bestanden, gefallen, entfällt — „gemacht“ ist keines davon. Offene Prüfschritte halten die Kette an. Das ist der Sinn eines Tors.
Projektfortschritt am Ende: Der Balken bewegt sich, sobald Features abgeschlossen sind. Der Stand eines Features ist je System ablesbar — liegt hier, war hier, noch nicht hier. Und weil dieselben Zahlen im Hub stehen, sieht dein Auftraggeber genau das, was du freigegeben hast. Keinen Schritt mehr.
Ehrlich gesagt
Wir hätten die Stellen weglassen können. Dann wäre es eine Werbeseite geworden und keine Anleitung.
Kein Risiko
Konto anlegen, Paket buchen, bauen. Wenn es nicht passt, beendest du es in der Testphase und zahlst nichts.