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Studio · Skills

Du hast einen Styleguide. Gelesen hat ihn niemand.

Er liegt als PDF im Laufwerk, 48 Seiten, Stand vorletzter Relaunch. Jede Agentur, jede IT-Abteilung, jede Marke hat Regeln – welche Farben, welche Abstände, welche Bausteine, welche Formulierungen und welche auf gar keinen Fall – und alle werden sie mündlich weitergegeben, bis jemand kündigt. Ein Skill ist dasselbe Wissen an einer Stelle, an der es tatsächlich gelesen wird: im Kopf des Assistenten, bevor er die erste Zeile schreibt.

01 — Was ein Skill ist

Eine Anleitung, die gelesen wird. Nicht eine, die abgelegt wird.

Ein Skill hat einen Steckbrief – Name, Kategorie, wofür er gilt – und einen Inhalt in Klartext. Der Assistent zieht ihn heran, bevor er etwas anfasst, und hält sich daran. Nicht als Vorschlag, den er höflich erwähnt und dann ignoriert, sondern als Rahmen.

  • Gestaltung: Farben, Typografie, Abstände, erlaubte und verbotene Muster
  • Sprache: Anrede, Tonfall, Begriffe, die bei euch anders heißen
  • Technik: welche Bausteine benutzt werden, wie Dateien heißen, was nie in eine Seite gehört
  • Ablauf: was vor einem Transport geprüft wird, was dokumentiert werden muss
Die Skill-Liste: Name, Kategorie, Status und Version je Zeile.
Skills mit Kategorie, Status und Version.

02 — Gut geschrieben

„Modern und ansprechend" ist keine Regel. Das ist eine Hoffnung.

Ein Skill wird so befolgt, wie er dasteht – vage Sätze wirken nicht. Das ist die gute Nachricht und die schlechte in einem Satz. Wer unklar schreibt, bekommt unklare Seiten – und zwar zuverlässig. Drei Zeilen aus echten Regelwerken, links wie sie meistens dastehen, rechts wie sie wirken:

Die RegelSo aufgeschrieben passiert nichtsSo schon
Farben„Unsere Markenfarben verwenden."„Primär #1B3A6B, Akzent #E4572E. Andere Farben nur für Zustände: Fehler rot, Erfolg grün. Keine Verläufe."
Ansprache„Freundlich und professionell schreiben."„Sie-Form. Keine Ausrufezeichen. Keine Fragen als Überschrift. ‚Kunde' heißt bei uns ‚Auftraggeber'."
Technik„Sauber programmieren."„Keine Stile im Markup. Klassen deutsch und in Kleinschreibung. Neue Dateien nach dem Muster kunde-bereich.css."

03 — Parameter

Dieselbe Regel, andere Farbe. Nicht dreißig Kopien, die auseinanderlaufen.

Eine Agentur hat nicht dreißig Regelwerke, sondern eines mit dreißig Kunden darin. Der übliche Weg ist Kopieren – und ein halbes Jahr später gibt es dreißig Fassungen, von denen keine die richtige ist. Deshalb hat ein Skill Eingabefelder: Wer ihn übernimmt, füllt sie aus – Hausfarbe, Wortmarke, Ansprache – und derselbe Skill gilt danach mit anderen Werten.

04 — Verteilen

Privat, veröffentlicht, übernommen.

Ein Skill entsteht privat, wird veröffentlicht, wenn er taugt, und von einzelnen Auftritten übernommen. So bleibt sichtbar, wer welche Regel benutzt – und ein Skill, der bei einem Kunden Unsinn produziert, wird dort abgeschaltet und nicht überall gelöscht.

05 — Was fehlt

Grenzen eines Skills.

Ein Skill ist kein Rechtesystem

Er beschreibt, wie gearbeitet wird, nicht was erlaubt ist. Was jemand darf, steht in den Rechten des Servers – und die fasst der Assistent grundsätzlich nicht an. Wer Sicherheit in einen Textbaustein schreibt, hat keine.

Ein schlecht geschriebener Skill wird befolgt

Das ist der Preis dafür, dass ein gut geschriebener befolgt wird. Wer „modern und ansprechend" hineinschreibt, bekommt genau das: nichts.

Noch kein Marktplatz

Veröffentlicht heißt: in deiner Organisation sichtbar. Einen Marktplatz, auf dem geprüfte Skills, Plugins und Agenten für andere Organisationen buchbar sind, planen wir – gebaut ist er nicht. Deine Hausregeln bleiben dabei deine: veröffentlicht wird nur, was du einreichst.

Weiter im Studio

Und wenn der Auftritt zweisprachig sein soll?

Dann ist das eine zweite Fassung und kein Fähnchen im Kopfbereich, das auf eine halb übersetzte Seite zeigt.