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Studio · Übersetzung

Ein Fähnchen oben rechts ist keine zweite Sprache.

Das Plugin, das deine Seite „automatisch übersetzt", tauscht Text im Browser aus und lässt alles andere stehen: die Adresse, den Titel, die Suchmaschinenbeschreibung, die Spaltenköpfe in den Tabellen. Für Suchmaschinen existiert die zweite Sprache damit nicht, und korrigieren kann man auch nichts – der übersetzte Satz ist nirgends gespeichert. Hier bekommt jede Sprache eine eigene, gespeicherte Fassung des Objekts. 15 € im Monat.

01 — Die zweite Fassung

Dasselbe Objekt, eine Sprache weiter.

Eine Seite hat eine neutrale Fassung und beliebig viele Sprachvarianten. Sie teilen sich Kennung, Platz im Baum und Struktur; unterschiedlich ist der Inhalt. Deshalb bleibt die Navigation dieselbe, und niemand muss zwei Seitenbäume von Hand gleich halten – die Übung, an der zweisprachige Auftritte üblicherweise sterben.

02 — Widget oder Fassung

Der Unterschied fällt genau dann auf, wenn er teuer wird.

Übersetzt im Browser

Eine Adresse, eine Seite, ein Skript, das Wörter tauscht. Die Suchmaschine sieht die deutsche Fassung und indexiert die deutsche Fassung – die französische Version wird nie gefunden. Ein falsch übersetzter Produktname lässt sich nicht korrigieren, weil er nirgends steht. Und wenn das Skript ausfällt, ist die Seite wieder einsprachig, ohne dass es jemandem auffällt.

Gespeichert als Fassung

Jede Sprache ist ein eigenes, gespeichertes Objekt mit eigenem Titel und eigener Beschreibung. Suchmaschinen bekommen echte Inhalte. Ein schiefer Satz wird einmal korrigiert und bleibt korrigiert. Und was noch nicht übersetzt ist, ist ablesbar – nicht ein Rätsel, das man beim Draufklicken löst.

03 — Was mitübersetzt wird

Nicht nur der Fließtext. Sonst wäre es wieder ein Widget.

INHALT

Der Text der Seite

Überschriften, Absätze, Listen, Tabellen, Bildunterschriften – als eigene Fassung, die sich einzeln korrigieren lässt.

KOPFDATEN

Titel und Beschreibung

Der Titel im Browsertab und die Suchmaschinenbeschreibung. Genau die zwei Felder, die ein Übersetzungswidget nie erwischt – und die einzigen, für die man mehrsprachig überhaupt bezahlt.

VORLAGEN

Listen und Formulare

Auch Vorlagen haben Sprachvarianten. Sonst steht über der französischen Tabelle „Bestellnummer" – und daran erkennt jeder Besucher in einer Sekunde, wie ernst die zweite Sprache gemeint war.

STRUKTUR

Menü und Adressen

Die Navigation folgt derselben Struktur, mit den Namen der jeweiligen Sprache. Ein Auftritt, zwei Fassungen – nicht zwei Auftritte, die ab dem dritten Monat auseinanderlaufen.

04 — Rückfall

Eine fehlende Übersetzung ist kein leerer Bildschirm.

Gibt es zu einer Seite keine Fassung in der gewünschten Sprache, liefert der Server die neutrale – und sagt dazu, welche Sprache er tatsächlich ausgegeben hat. Das ist der Unterschied zwischen einem Auftritt, der wächst, und einem, der erst vollständig sein muss, bevor irgendjemand ihn anschalten darf.

05 — Was fehlt

Wo die Übersetzung endet.

Kein Ersatz für eine Fachübersetzung

Für Marketingtexte, Rechtstexte und alles, was verbindlich ist, gehört ein Mensch darüber. Der Assistent bringt dich einen großen Teil des Weges – die letzten zehn sind der Grund, warum es den Beruf gibt.

Datenzeilen werden nicht übersetzt

Was in deinen eigenen Tabellen steht – Produktnamen, Beschreibungen – ist Inhalt und keine Seite. Wer das mehrsprachig braucht, modelliert es mehrsprachig. Das ist eine Entscheidung im Datenmodell, keine im Übersetzungsdialog.

Bilder mit Text bleiben, wie sie sind

Was in einer Grafik steht, kann niemand automatisch tauschen. Deshalb ist Text im Bild ohnehin eine schlechte Idee – hier erst recht.

Weiter im Studio

Und jetzt muss das alles nach Produktiv.

Als Paket, in fester Reihenfolge, mit Abhängigkeitsprüfung. Nicht als Liste in einer Mail mit dem Betreff „bitte heute Abend noch".