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CRM · Leads

Ein Lead ist kein Kunde. Auch wenn er in deiner Kundenliste steht.

In vielen Systemen legt man für jede Visitenkarte einen Kunden an. Drei Monate später besteht der Kundenstamm zur Hälfte aus Leuten, die nie einen Cent bezahlt haben – in der Vertriebsrunde heißt das dann „Potenzial“. Jede Auswertung ist verwässert, und aufräumen traut sich keiner, weil niemand weiß, welche Zeile die echte ist. Hier ist ein Lead eine eigene Sache mit eigenem Lebenslauf – und der Übergang zum Kunden ist ein Knopf, kein Abtippen.

Die Leadliste: links die Stände als Filter mit Zählern, rechts je Lead der Punktwert und die Schnellaktionen für Anruf und Mail.
Die Stände als Filter mit Zählern – und je Lead ein Punktwert, den ein Mensch vergeben hat.

01 — Die Stände

Ein Pflichtfeld ist ein Feld, das niemand pflegt.

Neu, kontaktiert, qualifiziert, abgelehnt – als Reiter, nicht als Auswahlliste in Zeile 14 einer Maske. Der Unterschied klingt klein und ist der ganze Punkt: ein Feld muss jemand pflegen, ein Reiter wird benutzt. Über jedem Stand steht die Zahl dahinter. Wer auf „neu“ klickt, sieht in einer Sekunde, wie viel unbeantwortete Arbeit da liegt – und kann anschließend nicht mehr behaupten, er habe es nicht gewusst.

02 — Die Quelle

„Die Messe hat sich gelohnt.“ Sagt wer?

Website, Empfehlung, Messe, Kaltkontakt – als Filter über der Liste. Sonst wird die Frage nach dem Kanal einmal im Jahr gestellt, mit einem Bauchgefühl beantwortet und mit einem fünfstelligen Standbudget bezahlt. Ein Filter kostet einen Klick und beendet die Diskussion schneller als jede Folie.

03 — Schnellaktionen

Der Eintrag darf nicht länger dauern als der Anruf.

Der Grund, warum Vertriebshistorien leer sind, ist nie Faulheit. Er ist Arithmetik: Wenn das Protokollieren drei Formulare kostet und das Telefonat zwei Minuten, gewinnt das Telefonat. Hier setzt ein Klick den Stand auf „kontaktiert“ und schreibt den Eintrag – und zwar einen, nicht zwei.

04 — Die Übernahme

Ein Knopf. Zwei Datensätze. Null Abtippen.

Ohne Übernahme

Jemand legt den Kunden neu an und tippt Name, Anschrift und Ansprechpartner ein zweites Mal – mit dem Tippfehler, der erst auf der Rechnung auffällt, und zwar dem Kunden. Der Lead bleibt daneben stehen, auf „qualifiziert“, bis in alle Ewigkeit. Nach einem Jahr weiß niemand mehr, welche der beiden Zeilen die richtige ist, und die Frage „woher kam der eigentlich“ ist endgültig unbeantwortbar.

Mit Übernahme

Ein Knopf macht aus dem Lead einen Kunden und einen Ansprechpartner. Der Lead bleibt als Herkunft stehen und zeigt auf den Kunden, der Kunde zeigt zurück. Beide Richtungen bleiben lesbar: woraus ein Vorgang entstand, und was aus einem Lead wurde. Nichts wird kopiert, nichts geht verloren, und die Frage nach dem Kanal beantwortet sich auch noch in drei Jahren.

05 — Was fehlt

Drei Dinge, die hier fehlen. Zwei davon mit Absicht.

Keine Anreicherung aus dem Netz

Es gibt keinen Dienst, der aus einer Mailadresse Firmengröße, Branche und Umsatz errät. Was am Lead steht, hat jemand hingeschrieben oder ein Formular geliefert. Weniger bequem – dafür deutlich entspannter, wenn jemand nach der Rechtsgrundlage fragt.

Keine automatische Bewertung

Kein Punktesystem, das einem Lead 78 von 100 gibt und auf Nachfrage schweigt. Qualifiziert wird von Menschen – mit einem Stand, den man in einem Satz begründen kann.

Kein Dublettenabgleich

Das ist die dritte, und die ist keine Absicht: Zwei Leads derselben Firma erkennt heute niemand automatisch. Die Suche findet sie, das Zusammenführen bleibt Handarbeit.

Weiter im CRM

Aus dem Lead wird eine Akte, die nicht bei drei Feldern aufhört.

Kunden und Kontakte – mit eigenen Feldern, eigenen Statuswerten und Zählern, die stimmen.